Dienstag, 22. Mai 2018

Wieder auf Arbeit (sprich: im Büro)

Ein Pfingstbild aus der heutigen Post, genauer gesagt, eine Aufnahme, die am Pfingstsonntag in der Dorfkirche von Blagoveshenka (Kabardino-Balkarische Republik) entstand. Die meisten heutigen E-Mails waren natürlich nicht illustriert, zeugten aber selbst dann davon, dass es in den letzten Tagen recht lebendig im Bistum zuging. Nachdem ich heute Morgen die Prämonstratenserinnen aus Wolgograd verabschiedet habe, warte ich nun am Abend auf die nächsten Gäste, die gegen 21.00 Uhr aus Richtung Uljanovsk hier ankommen werden. Mons. Steckewicz, der in Moskau für den Bau der Kurie hinter der Kathedrale verantwortlich war und jetzt in Minsk lebt, kommt mich besuchen, um die Frage nach einem Altersheim in Marx ein wenig vorwärts zu bringen. Morgen um 11.00 Uhr haben wir ein Treffen mit dem Bürgermeister.
Kurz noch für jene, die sich für den Fortschritt in der Gestaltung unserer Kathedrale interessieren. Der neue Ambo (Lesepult) steht schon an seinem Platz. Die Altarwand nimmt mehr und mehr Farbe an. Was noch ganz fehlt, ist die neue Bestuhlung und die zwei großen Figuren der Schutzpatrone der Kathedrale: Petrus und Paulus. Zur Altarweihe am 29. Juni melden sich schon die ersten Pilger aus dem Bistum an. Am nächsten Sonntag sammeln wir im ganzen Bistum für die Gestaltung der Kirche, die man auch das Herz einer Diözese nennt... 

Montag, 21. Mai 2018

Vor dem Rückflug - am Flughafen Mineralnye Vody

Gestern war es nach dem langen, schönen Tag voller Freude zu spät für einen Text im Blog. Heute ist es auf andere Weise zu spät, Rückschau zu halten. Der Kalender für die neue Woche ist unbarmherzig, auch wenn ich mich auf verschiedene Begegnungen freue: Heute Abend kommen Gäste aus Osnabrück und Kamenz nach Marx. Zu mir nach Saratow kommen zwei Schwestern aus dem Bistum zu Besuch. Meine jährliche Meldung bei der Migrationsbehörde ist Dienstag fällig. Mittwoch und Donnerstag kommt ein Prälat aus Weißrussland, der mir helfen soll, die Bausubstanz eines Gebäudes zu prüfen, das eventuell "unser" Altersheim werden könnte. Auch habe ich da den Termin beim Bürgermeister in Marx. Freitag geht's über Krasnodar ans Schwarze Meer, zum nächsten Firmwochenende.
Es waren sonnige Tage im Kaukasus, im doppelten Sinne. Die Oblatenpatres sind "strenger", als es ihre Vorgänger waren. Aber die Unruhe in den Gemeinden ist der Dankbarkeit gewichen. Die Freundschaft zu ihren Seelsorgern spürt man den Gläubigen an wie eh' und je.
Foto: Einige der gestrigen 10 Firmlinge nach dem Gottesdienst in Novopavlovsk. 

Samstag, 19. Mai 2018

Besuch in Kislovodsk - St. Theresia

Für heute war ein Besuch der Gemeinde St. Theresia in Kislovodsk vorgesehen, etwa 40 km von Pyatigorsk. Dort treffen sich unsere katholischen Christen im Haus einer frommen Frau, die den größten Raum, eine umgebaute Garage, als Kapelle zur Verfügung gestellt hat. Dort gibt es sogar einen Tabernakel. Unterwegs bog Pater Pawel ins orthodoxe Sankt-Georgs-Kloster ab, dessen Umgebung einen überaus gepflegten Eindruck machte, und das scheinbar von vielen Pilgern und Touristen besucht wird. Wir hatten viel Zeit für die Leute, die im wegen seiner Quellen berühmten Kurort Kislovodsk zur Messe gekommen waren. Fast alle sind Armenier. Mit Rosen und einer Torte gratulierten sie mir zum bevorstehenden 30-jährigen Jahrestag meiner Priesterweihe. Zwar ist es bis da noch über einen Monat hin, aber wenn man einbezieht, dass ich das letzte Mal vor drei Jahren in Kislovodsk war,...

Geist-reiche Pfingsten allen Bloglesern!

Freitag, 18. Mai 2018

Über Moskau im Norden nach Pyatigorsk im Süden

Das ist der übliche Weg, wenn ich in eine unserer Gemeinden fliege: erst nach Moskau, und von da dann dorthin, wohin ich eigentlich will. Vielleicht war es heute morgen schon das letzte Mal, dass ich in einer Saratower Yak-42 flog. Per E-Mail kamen tagsüber jedenfalls panische Nachrichten darüber, dass die Fluggesellschaft auch schon vor dem voraussichtlichen Schliessungsdatum Ende Mai Probleme haben könnte, alle Verpflichtungen zu erfüllen. In Moskau war so viel Zeit beim Umsteigen, dass ich alle heutige Post beantworten konnte, die am Morgen schon im (E-Mail) Postfach war. Weiter ging es kurz vor zwölf mit einer supermodernen Maschine in den Kaukasus, was aber nicht heißt, dass wir um die fast zweistündigen Turbulenzen in der Mittagsluft herumkamen. 
Das Schönste heute war die Abendmesse in der alten katholischen Kirche von Pyatigorsk, die den hier Ansässigen Jahrzehntelang nur als Philharmonie bekannt war und deshalb nur unter großen Schwierigkeiten wieder schrittweise von uns genutzt werden durfte. Heute haben wir das alleinige Nutzungsrecht. So ungefähr 12-15 Leute waren zur einfachen Messe am Freitagabend gekommen. Während wir beteten, standen mir die früheren Seelsorger der Gemeinde sehr lebendig vor Augen, besonders der schottische Pater Steve, aber auch Marek, Andrzej u.a. Es scheint häufiger zu werden, dass die (20) Jahre, die ich das Bistum inzwischen bereise, gegenwärtig werden, wenn ich Gemeinden erneut besuche. Hier in Pyatigorsk ist mein letzter offizieller Besuch (nicht auf der Durchreise) drei Jahre her. Im Anschluss an die Messe kam es zu einem für mich sehr interessanten Gespräch, dessen Thema aber nichts für's Internet ist. Und zum Ausklang des Tages setzten wir uns noch ein wenig zu Hause bei den Oblatenpatres Pawel und Wojciech zusammen.

Donnerstag, 17. Mai 2018

Fahrkarte

Das Bild ist schon etwas älter und hat seinen Platz heute im Blog gefunden, weil jenes Dorf, Kamenka, an der Strecke liegt, für die ich mir heute eine Fahrkarte gekauft habe: Im Juni fahre ich mit der Bahn nach Krasnodar, ohne Umsteigen, 22 Stunden. Auto oder fliegen erwiesen sich ausnahmsweise als ungünstiger, weil ich auf diese Weise ein wenig Zeit zum Ausruhen gewinne, zwischen Terminen und Reisen. Wer in den Ferienmonaten Bahn fahren will, muß rechtzeitig kaufen. Von Ende Mai bis Ende August sind die Fahrkarten ein paar Tage vor dem Reisedatum meistens schon ausverkauft. 
Die Kirche (Ruine) auf dem Bild wird in diesem Jahr 110 Jahre alt. Gebaut hat sie damals der russlanddeutsche Pater Alexander Staub. Er wurde 1870 in Marx (damals Katharinenstadt) geboren und starb 1961 in Karaganda.
Der Rest des heutigen Tages gehörte dem Büro. Was noch geblieben ist: Das Tasche Packen für morgen. Ich fliege zur Firmung und um die von unseren Oblatenpatres betreuten Gemeinden im Kaukasus zu besuchen: in Novopavlovsk, Kislovodsk und Pyatigorsk.
Kleiner Schreck am Abend: Zum 31.5. stellt unsere hier ansässige Fluggesellschaft Saratovairlines den Verkauf von Tickets ein. Die machen zu! Aber es klingt, als ob sie parallel unter anderem Namen wieder öffnen: "Ivolga" (deutsch: "Pirol". Der war einst das Markenzeichen des DDR-Benzins). Theoretisch kann sowas auch eine Methode der Ballastentledigung sein. 

Mittwoch, 16. Mai 2018

Jeder Tag ist ein Puzzle

Mittwochs haben wir die heilige Messe in Saratow immer am Morgen. Heute war es besonders schön, wegen der Ordensschwestern aus verschiedenen Regionen des Bistums, die am Seminar bei der Caritas teilnehmen. (8 der 20 Teilnehmerinnen sind Schwestern.) Anschließend gab es kurz Frühstück im Pfarrhaus. Das scheint zur Tradition zu werden und ist natürlich praktisch, weil wir alle in der Nähe arbeiten: Pfarrei, Kurie, Caritas. Heutige Besonderheit: Marat, unser Hausmeister, hat Geburtstag.
Pater Marcus aus Samara ist für zwei Tage gekommen, um mir endlich an den Computern auf die Beine zu helfen. Seit Februar gab es da Probleme. Abends machte ich meinen "Donnerstagsbesuch" in Marx. Richtig, heute ist Mittwoch. Am Freitag früh fliege ich in den Kaukasus. Darum habe ich den Besuch um einen Tag vorgezogen. Zurzeit sind ganz wenige Schwestern im Kloster. Dennoch oder vielleicht gerade deshalb, war es schön, am Abend mit ihnen zu beten. 
Und nun noch zum Foto: Jack, den Marxer Klosterhund, wird nach dem langen Winter nun bald wieder einmal gewaschen werden können. Dann wird man wieder sehen, dass er eigentlich weiß ist. 

Dienstag, 15. Mai 2018

Wochentagsnotizen

Während die Arbeiten im Altarraum der Saratower Kathedrale zielstrebig weiter gehen (links), tagen 20 Seminarteilnehmer noch bis übermorgen in der Diözesancaritas (unten) zum Thema "Kinderschutz". Und Pater Tomasz (oben), früher Pfarrer in Marx, jetzt in Ufa, feiert heute sein Silbernes Priesterjubiläum mit seinem Weihekurs in Polen. Mehr als die Hälfte seiner Jahre nach der Weihe, hat er bereits im Bistum Sankt Clemens verbracht. Ich hoffe, dass da in nächster Zeit auch keine Veränderungen aufkommen. (Als ich ihn gerade anrief, um zu gratulieren, erzählte er mir u.a., dass er heute Morgen mit dem Bischof von der Krim zelebriert hat.)

Montag, 14. Mai 2018

Gäste nach Feierabend

Heute konnten wir den hölzernen Altar weiterverschenken, den wir in Saratow seit Weihnachten in der Kirche stehen hatten. Er war nur als Übergangslösung gedacht. Dann stellte sich aber heraus, dass er gut in die Syzraner Kirche passen würde. Verantwortlich für die Gemeinde dort ist Pater Ezequiel aus Uljanowsk. Syzran ist eine seiner "Außenstationen". Heute kamen sein Vikar - Pater Orzu - und seine Köchin - Daschchun - den weiten Weg mit dem Kleinbus der Gemeinde gefahren, um den Altar abzuholen. Ich lud die lieben Gäste zum Abendessen nach Marx ein, was ich einer vorausgehenden Zusage der Schwestern verdanke. Zum Dank machten sich die beiden anschließend noch ein wenig (symbolisch) auf dem Grundstück vom "Haus der Stille" nützlich. Morgen fahren sie zurück.