Donnerstag, 18. Januar 2018

unterwegs nach moskau + heute nuntiatur + morgen jugendkommission

Mittwoch, 17. Januar 2018

Anstrengend

Sitzungen wie die heutige, sind ein eigenartig ungewöhnlicher Energieaufwand. Ob es mit der Wortfülle solcher Tage und - trotz der 27 Jahre in dieser Umgebung - mit der Fremdsprache zu tun hat? Meine Vermutungen gehen zumindest in dieser Richtung. Schwerpunkt der ersten Dekanekonferenz im neuen Jahr war ein pastoraler Akzent, der zwar allgemeine Zustimmung fand, den wir aber dennoch nicht als offizielles Jahresthema verbreiten wollen. - Klingt geheimnisvoll, aber hat seinen Grund. Ich kann ja sagen: Es geht um die Freude im alltäglichen Dienst.
Wir waren schon gegen halb drei mit der Aufgabenliste durch. Ein persönliches Gespräch nahm dann noch eine Stunde in Anspruch, bevor ich am Abend einigen Verpflichtungen in Marx nachkommen konnte.

Dienstag, 16. Januar 2018

Dekanekonferenz

Das, s.o., ist das offizielle Wort für das Treffen, das morgen hier in Saratow stattfindet. Angereist sind die Vertreter der Regionen schon heute. Und wer es schaffte, hat heute die Gelegenheit zu einem Gespräch unter vier Augen genutzt, seit mittag halb zwei. 

Montag, 15. Januar 2018

Zurück in Saratow für dreieinhalb Tage

Nur sechs Stunden dauert die Bahnfahrt von Tambow nach Saratow, aber die Abfahrt mitten in der Nacht macht das Unternehmen doch nicht so erstrebenswert. Im grauen Morgen erreichte ich den Stadtrand von Saratow (Foto), 40 Minuten vor Ankunft am Bahnhof. Die wichtigste Post habe ich inzwischen erledigt. Mehr ist auch nicht drin, denn am Abend habe ich ein Treffen mit Jugendlichen in Marx, während schon der erste von sechs Dekanen anreist. Morgen, zum Abend hin, beginnt unsere gemeinsame Sitzung. Ich möchte mit den Vertretern der verschiedenen Regionen des Bistums über ein Thema nachdenken, das uns das Jahr über in der Seelsorge begleiten könnte, und über die Ende April geplante Pastoralkonferenz, auf die wir uns alle schon freuen.

Das war ein sehr schöner Abend. Wir haben mit Jugendlichen zusammen versucht, in der Heiligen Schrift zu lesen und hinzuhören "auf die Stille". Eine dreiviertel Stunde verging wie im Fluge. Und wir werden uns wieder treffen und weiter lesen. Die anschließende Haussegnung und das späte Abendessen wirkten wie der Nach- oder Ausklang der Begegnung mit Gott, der in den Worten des Evangeliums näher ist, als die Hand dem Herzen sein kann, und der in jenen Worten aktueller ist, als die letzten Nachrichten. Weil die letzte Nacht kurz war und es weit später geworden ist als geplant, bleibe ich über Nacht in Marx. Gut, dass das immer unkompliziert möglich ist.

Sonntag, 14. Januar 2018

Firmgottesdienst ohne Firmung

Nein, so schlimm war's nicht. Der Sonntagsgottesdienst in Heiligkreuz (Tambow) war nicht speziell auf die Firmung der einen Kandidatin ausgerichtet, die heute wegen ihrer kranken Mutter zu spät zur Messe kam. Sie hatte schon mehrmals begonnen, sich vorzubereiten. Immer kam etwas dazwischen. Als Pater Diogenes im letzten Jahr hier war und in meinem Auftrag firmte, war sie die Einzige aus ihrer Gruppe, die nicht kommen konnte. Ich spendete ihr das Sakrament heute, eine Stunde nach der Messe, nachdem das kurze Treffen mit der Gemeinde im Pfarrsaal schon langsam ausklang.
Heute waren wieder einmal alle drei Lesungen der Messe schön, bzw. wichtig. Dennoch versuchte ich die Aufmerksamkeit auf eins zu lenken. Ein paar Stichworte aus der Predigt: Im Evangelium stand: Jesus, gestern getauft, nimmt sich viel Zeit für zwei junge Leute. "Kommt und seht!" Nicht zu vergessender Hintergrund ist das JOHANNES-Evangelium. Johannes will (immer wieder) zeigen: Gott ist die LIEBE. Wenn ich jemanden liebe, muss ich ZEIT für ihn/sie haben.
Wenn sich mein Zug nach Saratow heute Nacht um 2.19 Uhr in Bewegung setzt, werde ich mich vor dem Einschlafen vermutlich an manche Gespräche erinnern, die in Tambow mehr als in anderen Gemeinden dazugehören, wenn ich meine Besuche mache, diesmal noch intensiver als sonst. 

Samstag, 13. Januar 2018

Tambow


Drei Priester und ein Bruder gehören hier in Tambow zur Kommunität der Steyler Missionare. Das erklärt, warum der Vormittag Gesprächen gewidmet war. Die Hauskapelle weihte ich direkt vor dem Mittagessen, zu dem auch die beiden hier tätigen Ordensschwestern eingeladen waren. Das für Nachmittag angekündigte Interview verzögert sich. So hat mich das Büro eingeholt. Ich sitze und beantworte E-Mails, meist gute Nachrichten.
Das Interview fand statt. Monatlich hat die katholische Kirche hier in Tambow 20 Minuten Sendezeit im Radio. Ein seltenes Glück! Zur Abendmesse waren viele gekommen, unter anderem an die 30 Studenten. Mit ihnen blieben wir anschließend noch ein wenig zusammen, bevor der Tag im Haus der Schwestern ausklang. Draußen wird seit dem frühen Abend geböllert. Heute ist "altes Neujahr", also "Silvester" nach julianischem Kalender.

Freitag, 12. Januar 2018

Mit der Bahn nach Tambow

Ein Blick in den Kalender verrät, dass nun wieder Reisezeit ist: Noch heute geht es nach Tambow, am kommenden Wochenende zur Verabschiedung des Pfarrers nach Krasnodar und am darauf folgenden zum Ad-limina-Besuch nach Rom. Wegen des ungewissen Wetters, mehr aber noch, um Zeit zu sparen, die mir so - heute - für das Büro bleibt, habe ich mich für den Nachtzug entschieden, statt mit dem Auto zu fahren. 500 km Nebenstraßen, dass kann im Winter lange dauern. In Tambow haben wir einen neuen Pfarrer, den ich endlich einmal besuchen möchte. Vier Steyler Missionare leben dort. Ich werde ihre Hauskapelle weihen, am Sonntag einer Frau die Firmung spenden, ... Sogar ein Interview wurde mir schon im voraus angekündigt, (Betonung auf: angekündigt). Montag früh gegen 10.00 Uhr ist mein Zug zurück. 

Donnerstag, 11. Januar 2018

Gedenken

Heute vor 8 Jahren ist Pater Johannes (Franz) Kirchner verstorben, der gute Hirt von Alexejewka. Alle 15 Jahre seines priesterlichen Dienstes waren den Menschen in diesem armen Dorf geweiht, das sogar fernab der "Peripherien" liegt, tief drinnen in Baschkortostan, tief in den Wunden, die ein drei Generationen dauerndes System hinterlassen hatte.
Wenn ich an Pater Johannes denke, fällt mir seine strenge Selbstdisziplin ein, seine Askese, seine Marienfrömmigkeit, seine väterliche Hingabe, seine Heimat in Österreich, letztlich auch, dass wir ein Jahrgang sind, er und ich.

Aus einer ebenfalls bezaubernden Gegend, aus den Alpen Südtirols, stammt Alberta. Auch sie lebt schon lange mit ihrer wunderschönen, aber zugleich schweren Berufung bei uns in Russland. Heute früh habe ich sie vom Zug abgeholt. Sie verbringt einen Tag in Stille in unserem Haus Gethsemani. 

Mittwoch, 10. Januar 2018

Mehr als einfach Steine

Schon zum Abend hin, schien mein PC-Netzteil einen selbständigen Belastungstest veranstalten zu wollen. Nicht um Stromspannung ging es dabei, sondern um nervliche Belastbarkeit: Der ungespeicherte, heute fällige Text für die nächste Ausgabe unseres Bistumsjournals war so gut wie fertig, da schaltete dieses Teil ohne Vorwarnung ab, einfach so. Bildschirm aus. Computer aus. Und der Text?! Ein Stück konnte ich wiederherstellen. Der Rest ist inzwischen auch fertig. 
Für den Blogeintrag habe ich ein einziges Bild von heute: "heilige Steine". Wir werden sie den Pfarreien anbieten. Im Jahr 2000, am 15. Oktober, hatte der Apostolische Nuntius in Russland, Erzbischof Georg Zur, den Altar unserer Kathedrale geweiht. Nun liegt er, in Stücke zerschnitten, im Hof hinter der Kirche. Für unsere junge Diözese haben diese Steine schon Bedeutung: Geweiht im Heiligen Jahr 2000. Über 6000 Mal wurde auf diesem Altar im Zentrum des Bistums Eucharistie gefeiert. Verteilt in alle Himmelsrichtungen, könnten die Steine ein Symbol der Einheit des Bistums darstellen, der Einheit der Pfarrkirchen mit ihrer Kathedrale, der Einheit der Priester und Gemeinden mit dem Bischof. - Ich weiß noch nicht, ob die Idee auf Resonanz stoßen wird.