Mittwoch, 4. Januar 2017

Erste Reise im neuen Jahr

Wenn alles nach Plan verläuft, werde ich bis zum Wochenende sämtliche Pfarreien des Astrachaner Dekanats besucht haben. Erste Station war heute mittag Kamyshin. Die Kirche der heiligen Theresia vom Kinde Jesu (Foto) hat es in diesem Jahr in unseren Bistumskalender geschafft. Praktischer Grund meines Zwischenstopps war das Mittagessen im Pfarrhaus. Dort wohnt seit Jahren eine Katechetin, Natascha, die auch regelmäßig in der Diözesancaritas in Saratow (200 km) mitarbeitet. Natürlich sollte der Kurzbesuch auch Dank und Verbundenheit ausdrücken. Natascha hält die Gemeinde zusammen, seit es keinen Priester mehr vor Ort gibt. Derzeit wird Kamyshin seelsorglich von Saratow aus betreut. 
Auf relativ freier Landstraße brachte ich dann auch die nächsten 200 km zügig hinter mich. Und weil in Wolgograd Moskauer Zeit gilt, kam ich eine ganze Stunde vor der Abendmesse an. Zu dieser waren nicht wenige Gläubige gekommen. Der Chor sang. Dass die Weihnachtskrippe in diesem Jahr vor dem Altar der Sankt Nikolauskirche aufgebaut ist (Foto), habe man sich in Marx abgeschaut. Altar und viele andere künstlerische Holzarbeiten in der Kirche stammen aus Österreich. Sie sind von Kriegsveteranen der Schlacht um Stalingrad als Zeichen gedacht, als Bitte um Verzeihung und Versöhnung. Als alle Fragen gestellt und alle Fotos gemacht waren, und als sich die Leute wieder auf den Heimweg mit öffentlichen Verkehrsmitteln machten, (Wolgograd hat über 1 Million Einwohner), lud Pater Lorenz zum Abendessen in die Pfarrwohnung ein. Drei Steyler Missionare, drei Schwestern und ich genossen gemütlich die Mahlzeit und den noch etwas weihnachtlichen Abend.