Dienstag, 10. Januar 2017

Feierabend nach Feierabend

Das kennen viele Seelsorger: abends von einem Hausbesuch zurückkommen, weil die Leute tagsüber auf Arbeit und in der Schule sind und nicht anzutreffen wären. Mein Namenspatron, der heilige Clemens Maria Hofbauer (+1820), hielt große Stücke auf eben diese Form der Seelsorge. Und ich denke genauso. Ganz besonders in der Diaspora, sind Besuche bei den Gläubigen zu Hause sehr, sehr hilfreich. Übrigens: für beide Seiten. Zwischen 6. Januar und Aschermittwoch haben wir eine besonders intensive Zeit solcher Begegnungen, weil dort, wo nicht die Sternsinger den Dienst abnehmen oder die Leute selbst ein Stück gesegneter Kreide aus der Kirche mit nach Hause bringen, die Priester zur Haussegnung eingeladen werden. Gern kam ich natürlich dem traditionellen Wunsch der Schwestern in Marx nach, und schrieb Ihnen den Segen "20*C+M+B*17" heute Abend an die Türen, gemeinsam mit dem Pfarrer, "Pater Bosco", wie er bei allen heißt. Dass ich deshalb heute zweimal die Strecke Marx-Saratow fahren mußte, fühlte sich - im Vergleich zum gestrigen Weg - wie ein Katzensprung an.