Sonntag, 16. April 2017

Beinahe vergessen

Feierlich-fröhlich würde ich die Liturgie der Osternacht in Saratow nennen, drinnen in unserer Kathedrale, draußen von einem Großaufgebot von Polizisten bewacht. Da unser Ostertermin mit dem orthodoxen in diesem Jahr zusammenfällt, waren etwas weniger Gottesdienstbesucher zu verzeichnen als sonst. Daß wir eine Erwachsenentaufe (Firmung und Erstkommunion eingeschlossen) dabei hatten, freute mich besonders. Als wir nach zweieinhalb Stunden in die Sakristei zurückkehrten, fragte der Generalvikar, der zum ersten Mal in Saratow teilnahm, ob es hier nicht üblich sei, Osterspeisen zu segnen. Das durchfuhr mich wie ein Blitz. Natürlich! Ohne das wäre für viele noch nicht richtig Ostern. Ich eilte zurück in die Kirche, bevor das letzte Lied verklungen war. Ich glaube, die Panne hat keiner bemerkt. Allen klang noch das dreimalige, traditionelle: "Christus ist auferstanden!" - "Er ist wahrhaft auferstanden!" im Ohr, das wir uns vor dem Schlusssegen gegenseitig zugerufen hatten. Auf den Altersstufen breitete nun jeder aus, was er heute Nacht am Ostertisch zu Hause servieren oder verschenken möchte: Eier, Kuchen, Wurst, Wein, ...