Donnerstag, 13. April 2017

Schritt ins Triduum

Der erste Frühlingsvollmond ist vorüber. Alles, was es verdient hat, Nebensache zu sein, trete nun in den Hintergrund. Mit der Eucharistiefeier am Abend beginnen wir eine besondere Zeit: Wir legen beide Ohren unseres Herzens an den Vorhang der Liturgie, um das Dahinter zu erlauschen, damit wir von Neuem und mit Freude, gerade in unserer heutigen Welt Nummer 2017 sagen können: Ich glaube. 

Zum Morgengebet nahm ich heute mein altes Gotteslob aus dem Regal und machte eine unerwartete Entdeckung: Es hat 40. "Geburtstag". Mein Vater hatte es mir zu Ostern 1977 geschenkt, d.h. als ich in der 9. Klasse lernte, Moped fuhr (das Benzingeld mit zweimal-die-Woche-Kegeln-aufstellen verdiente), mit einer russischen Zenit fotografierte und die Bilder selbst entwickelte, ein Jahr bevor ich beim Dresdener Weihbischof fragte, wie das mit der Aufnahme ins Priesterseminar sei. Das Buch ist abgegriffen, die hinteren, leeren Seiten - beschrieben. 1978 hatte ich mir da einen Text von Zenetti verewigt, der meiner Meinung nach gut für den Schritt in die Stille der kommenden Tage sein kann: 

Weil einer an mich glaubt
so wie ich bin
darum kann ich glauben
so wie ich bin

Weil einer für mich starb
wer ich auch bin
darum darf ich leben
wer ich auch bin

Weil du o Gott mich liebst
so lang ich bin
darum will ich lieben
so lang ich bin