Dienstag, 10. April 2018

Warten auf den Frühling

Nach Karsun fuhr ich über mir bisher unbekannte Straßen
 im Bistum. Düstere Provinz. Unbewohnte Dörfer.
Interesant, natürlich.
Am heutigen Morgen begann in Saratow unter reger Beteiligung ein dreitägiger Kurs für kirchliche Mitarbeiter zum Thema "ausgebrannt". Es geht nicht im strengen Sinne um das Burn-out-Syndrom, sondern um Erschöpfung im weiteren Sinne. Vermutlich werde ich die Teilnehmer erst morgen begrüßen können, denn ich bin auf dem Rückweg aus Uljanovsk vorerst in Marx hängen geblieben. Schon am Morgen des Abreisetages (Samstag) hatte ich deutliche Symptome der in diesem Jahr üblichen Grippe bemerkt. Kurzfristig eine Firmung absagen, die Begegnung mit dem Nuntius sausen lassen und das Thema Kirchengrundstück hinten an stellen, schien mir jedoch übertrieben. Als ich gestern aber die mich begleitende Schwester wieder in Marx aussteigen ließ, zeigte das Thermometer trotz aller möglichen Medikamente und Tricks, dass es unumgänglich Zeit war, "Stop" zu sagen. Über Nacht trat eine wesentliche Besserung ein. Ich denke, heute Abend kann ich fahren.
Nächtliches Postscriptum: Da schrieb ich großartig von der "in diesem Jahr üblichen Grippe", und übersah, dass da mit einem Tag nicht viel zu machen ist. - Traurige Erkenntnis, während mir unsere "Ausgebrannten" (die Kursteilnehmer) ein fröhliches Foto vom ersten Arbeitstag schickten.