Samstag, 12. Mai 2018

In einem anderen Winkel der Diözese

Wäre ich heute abend nicht nur bis Saratow gefahren, sondern 700 km weiter in Richtung Süden, dann wäre ich jetzt in Elista, der Hauptstadt der Republik Kalmykien. Pater Diogenes, mein Generalvikar, vertritt mich dort, während unser Nuntius aus Moskau die Sankt Franziskus Pfarrei in der kalmykischen Steppe besucht. Von ihrer Kultur und Geschichte her, sind die Kalmykien Buddhisten.
Zu unserer Pfarrei gehört ein Zentrum der "Assoziation Johannes XXIII." , das von einer mütterlich starken Südtirolerin geleitet - besser: getragen - wird. Die Gemeinschaft widmet sich Menschen, die aus gesundheitlichen oder sozialen Gründen an den Rand der Gesellschaft gedrängt wurden.
Die katholische Gemeinde in Kalmykien ist trotz der beiden Außenstationen, die von der Hauptstadt aus betreut werden, sehr klein und wird sich auf Dauer nicht den Luxus eines Priesters vor Ort leisten können. Das aber wird bedeuten, dass der nächste Priester, z.B. bei Sterbefällen, einen Anreiseweg von 300 km zu bewältigen hat, im Sommer bei glühender Hitze, im Winter durch schneeverwehte Steppe.